Zur Generation Z werden gewöhnlich alle gezählt, die zwischen 1996 und 2010 geboren wurden. Im Gegensatz zu den Millennials, die zwischen 1980 und 1995 geboren wurden und als teils als Digital Immigrants und teils als Digital Natives aufgewachsen sind, lebt Generation Z seit jeher in einer von digitalen Prozessen durchdrungenen Welt. Das macht sie zu einem besonderen Hoffnungsträger für die digitale Transformation der Wirtschaft.
Und auch wenn von Gen Z nach wie vor gesprochen und geschrieben wird, als handle es sich um Teenager: Der Großteil dieser Generation ist längst im Berufsleben angekommen. Gehen wir davon aus, dass das Mindestalter für eine Ausbildung in Deutschland 15 Jahre beträgt und die meisten dualen Berufsausbildungen drei Jahre dauern, rückt Generation Z schon seit 2014 auf den Arbeitsmarkt nach. Die ersten dieser jungen Fachkräfte haben bereits Führungspositionen erreicht, doch der Großteil der Generation Z steht gerade am Anfang seines Karriereweges und wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten die Berufswelt maßgeblich prägen.
Ein Grund mehr, auf den Prüfstand zu stellen, was wir über Generation Z zu wissen meinen. In diesem Beitrag zeigt Ihnen das Team von SEMINAR-INSTITUT, welche drei gängigen Vorurteile über die Generation Z sich klar widerlegen lassen – und wie die Gen Z die Arbeitswelt tatsächlich verändert.
Mythos #1: Generation Z ist arbeitsscheu
Zugegeben, dieses Klischee ist keines, das nur der Generation Z anhaftet. Auch die Millennials wurden bereits als arbeitsscheu bezeichnet – dieser Vorwurf scheint ein periodisch wiederkehrendes Phänomen zu sein, dem sich jede junge Generation zu irgendeinem Zeitpunkt stellen muss. Im Fall der Generation Z lässt sich das Klischee der „Generation Arbeitsunfähig“ jedoch besonders klar widerlegen, und zwar mit den Ergebnissen einer unlängst veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).[1]
Fakt ist: Im Jahr 2023 lag der Anteil der 20- bis 24-Jährigen, die in Vollzeit oder Teilzeit arbeiteten, bei 72 Prozent. Im Vergleich zu den Jahren zuvor bedeutet das einen Anstieg um 4,9 Prozentpunkte. Einen besonders deutlichen Zuwachs hat dabei die Teilzeitbeschäftigung zu verzeichnen – in der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen stieg der Anteil von 20,4 auf 24,9 Prozent. Bedenken wir, dass laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes[2] schon seit 2011 mehr als die Hälfte eines jeden Schulabgänger-Jahrgangs ein Hochschulstudium beginnt, sollte damit nicht nur das Klischee von der arbeitsunwilligen Generation Z passé sein: Auch der „faule Student“ scheint in der Gen Z ein zunehmend seltenes Phänomen zu sein.
Tatsächlich vermuten die Autoren der IAB-Studie, dass die angestiegene Quote der in Voll- oder Teilzeit arbeitenden 20- bis 24-Jährigen in der Generation Z vorrangig auf Studierende zurückzuführen ist. Auf den zweiten Blick zeigt sich nämlich, dass 4,8 Prozent der insgesamt 4,9 Prozent Zuwachs auf Vertreter der Generation Z entfallen, die zwar Abitur aber noch keine abgeschlossene Ausbildung haben. Vor dem Hintergrund steigender Lebenshaltungskosten, insbesondere in Hochschulstädten mit teurem Mietspiegel, scheint es daher plausibel, dass in der Generation Z immer mehr Studierende zumindest in Teilzeit arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.
Mythos #2: Generation Z achtet nur auf die Work-Life-Balance
Das zweite Klischee zur Generation Z, dem wir nachgehen wollen, betrifft ihr Engagement für die Arbeit. Oft wird der Gen Z pauschal ein gewisses Maß an Faulheit unterstellt: Anders als ältere Generationen wollen „die Jungen“ nicht mehr arbeiten als zwingend notwendig – was sie wollen, ist eine komfortable Work-Life-Balance. Und zumindest ein Teil dieser Aussage lässt sich auch in zahlreichen Erhebungen nachweisen. Generation Z legt nämlich in der Tat großen Wert auf eine solide Work-Life Balance. So gaben etwa im Rahmen der Zenjob-Studie 2024 zu den Prioritäten der Generation Z im Arbeitsleben[3] rund 75 Prozent der Befragten an, dass dies eine der wichtigen Erwartungen ist, die sie an einen Arbeitsplatz stellen.
Was allerdings nicht stimmt, ist die Behauptung, dass sich nur Generation Z für das Thema Work-Life-Balance interessiert. Zu diesem Schluss kam z. B. eine Studie, die bereits im Sommer 2023 im Auftrag von Continental durchgeführt wurde.[4] Hier reagierten gleich drei unterschiedliche Alterskohorten ähnlich auf die Aussage „Viele Sozialleistungen und meine Work-Life-Balance sind mir bei der Wahl eines Arbeitgebers wichtiger als hohe Bezahlung und Karriereperspektive.“ Die größte Zustimmung äußerten hier die Millennials und die Generation X (zusammen 59 Prozent), dicht gefolgt von der Generation Z (56 Prozent). Doch selbst die im Generationenvergleich oft als besonders genügsam dargestellte Kohorte im Alter von 58 bis 67 Jahren stimmte diesem Statement zu 52 Prozent zu.
Mythos #3: Generation Z arbeitet nicht fürs Gehalt
Ein drittes Klischee über die Generation Z, das sich hartnäckig hält, betrifft ihre Motivation im Arbeitsleben. Für die jungen Kollegen, so heißt es gern, spielt das Gehalt eine untergeordnete Rolle. Was sie suchen, ist ein Job, der ihren Ansprüchen an Sinnhaftigkeit gerecht wird. „Einfach nur arbeiten“, so das Vorurteil, ist für Gen Z nicht gut genug. Das ist übrigens auch einer der Gründe, weshalb Generation Z oft mit Jobhopping in Verbindung gebracht wird: Wer hohe Ansprüche stellt, hält es schließlich nicht überall lange aus.
Auch dieses Klischee lässt sich jedoch rasch widerlegen. Stärker ausgeprägt als der Idealismus ist in der Generation Z das Sicherheitsbedürfnis – und das hat in den vergangenen Jahren sogar zugenommen. Das zeichnet sich u. a. in der bereits erwähnten Zenjob-Studie ab. Hier gaben 2024 rund 46 Prozent der Befragten aus der Gen Z an, dass Jobsicherheit für sie bei der Auswahl eines Arbeitsplatzes hohe Priorität hat. Auf Übereinstimmung mit den Werten, die das Unternehmen vertritt, legten hingegen nur 23 Prozent der Befragten aus Deutschland besonderen Wert.
Ähnlich bodenständige Zielsetzungen ergab auch die bereits erwähnte Continental-Studie. Hierfür wurden u. a. 997 junge Menschen im Alter von 16 bis 24 Jahren – allesamt Generation Z – dazu befragt, welches Hauptziel sie mit ihrer Arbeit verfolgen. Selbstverwirklichung stand für 17 Prozent an erster Stelle und für weitere 10 Prozent war es besonders wichtig, einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. Der Großteil der Befragten aus Generation Z sah die Arbeit jedoch eher als Mittel zum Zweck: 14 Prozent gaben an, Karriere machen zu wollen, und 56 Prozent kam es vor allem darauf an, einen Job zu haben, mit dem sich das eigene Leben gut finanzieren lässt.
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[1] IAB-Forum: https://www.iab-forum.de/generation-z-noch-ein-klischee-weniger/
[2] Statistisches Bundesamt: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/72005/umfrage/entwicklung-der-studienanfaengerquote/
[3] Zenjob Studie 2024 – Generation Z bei der Arbeit: https://www.zenjob.com/de/arbeitgebermagazin/generation-z-bei-der-arbeit/
[4] Continental Umfrage Generation Z: https://www.continental.com/de/presse/studien-publikationen/sonstige-publikationen/umfrage-generation-z/